Gehäusetechnik

Welche Chancen die Digitalisierung für Hersteller und Kunden bietet

| Redakteur: Kristin Rinortner

Herr Doktor Steffen, welche technischen Trends sehen Sie in der Industrie?

Industrie 4.0 wird weiterhin das bestimmende Thema der Industrie sein. Dabei stehen für produzierende Unternehmen die direkten und langfristigen Vorteile im Mittelpunkt. Gefragt sind nutzenbringende Lösungen für die großen Herausforderungen. Der Grad an Kompetenz bei Daten, Software, Schnittstellen und Standardisierung wird dabei über den Erfolg entscheiden. Aufgrund der großen Mengen von Produkt- und Produktionsdaten stehen Industrieunternehmen zudem vor der
Herausforderung, komplexe IT-Aufgaben zu lösen. Die steigende Digitalisierung erfordert eine schnelle und angemessene Bereitstellung von IT-Lösungen durch Rechenzentren, die sich einfach und wirtschaftlich beschaffen sowie effizient und sicher betreiben lassen.

Welche besonderen technologischen Herausforderungen gibt es in Ihrem Bereich?

Die Digitalisierung bietet enorme Chancen für unsere Kunden, aber auch für uns als Rittal. So entwickeln wir unsere Produkte permanent weiter zu smarten, intelligenten Lösungen. Deutlich wird das am Beispiel unserer Schaltschrank-Kühlgeräte. Wir verkaufen davon weltweit etwa 150.000 Stück im Jahr. Damit stehen etwa zwei Millionen Schaltanlagen mit Kühlgeräten an Standorten weltweit. Durch eine cloudbasierte Vernetzung der Geräte entstehen nun ganz neue Möglichkeiten wie Asset Management, Condition Monitoring und Predictive Maintenance, die enorme Produktionsfortschritte schaffen.

So lassen sich zukünftig mit unseren neuen Blue-e+-Kühlgeräten Gerätedaten und damit Informationen über verschiedene Betriebszustände auslesen – von jedem Ort auf der Welt. Die neuen Geräte sind in der Lage, Daten über ein Kommunikationsmodul in die Cloud zu senden, von wo die Informationen in ein Visualisierungstool übertragen werden können. Durch Big-Data-Analysen erschließen sich sowohl uns als auch den Betreibern neue Möglichkeiten der Überwachung und vorausschauenden Wartung.

Wo gehen die Entwicklungen hin in punkto Energieeffizienz in den nächsten Jahren?

Durch die Neuentwicklung der Blue-e+-Kühlgeräte hat Rittal vor allem den Energiebedarf von Kühlgeräten signifikant gesenkt. Die Energieeinsparungen betragen durchschnittlich 75 Prozent. Der zweite Schritt zur nachhaltigen Optimierung der Kühlung wird aktuell mit der Einführung unserer Diagnose-Software RiDiag vollzogen. Neu in der Version 3 ist das Daten-Cockpit. Hier kann der Anwender alle Daten visualisieren und auswerten. Besonders wichtig für einen energieeffizienten Betrieb ist die Darstellung des EER, des Energy Efficiency Ratio. Hier erkennt der Anwender, mit welcher Energieeffizienz das Kühlgerät bei welchen Umgebungsbedingungen und bei welchen Einstellungen arbeitet.

Die Informationen der Diagnose-Software lassen sich in Prozessleit- oder Energiemanagementsystemen weiterverwenden. Kühlgeräte werden mit der Diagnose-Software somit ein fester Bestandteil von Industrie-4.0-Konzepten. Auf der Hannover Messe werden wir zudem weitere, neue energieeffiziente Lösungen vorstellen, wie die integrierte Kühllösung für Schaltschränke mit Blue-e+-Technologie. Eine weitere Innovation sind die neuen, energieeffizienten Blue-e+-Chiller mit 1,5 bis 6 kW Kühlleistung im Standalone-Format.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44588288 / Rittal)