Messen und Testen

Von der Zukunft smarter Testsysteme

| Redakteur: Franz Graser

Erfolgsfaktor offene Plattform: Mit NIs Plattform aus modularer Hardware, flexibler Software und einem offenen Ökosystem sind Anwender für die Zukunft gerüstet.
Erfolgsfaktor offene Plattform: Mit NIs Plattform aus modularer Hardware, flexibler Software und einem offenen Ökosystem sind Anwender für die Zukunft gerüstet. (Bild: National Instruments)

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Auf der NIWeek 2016 gaben disruptive Technologien für Test-, Mess-, Steuer- und Regelsysteme auf Basis einer Plattform mit vitalem Ökosystem den Ton an. Doch was bedeutet das konkret?

Für das wirtschaftliche Testen sogenannter Smart Devices gibt es zwei Ansätze. Der erste geht davon aus, dass der Hersteller am besten weiß, was der Kunde benötigt – besser als der Kunde selbst. Die vom Hersteller definierten Funktionen werden in Komplettlösungen umgesetzt, sprich in Boxmessgeräte, die sich nicht modifizieren und nicht an künftige Anforderungen anpassen lassen. Jahrzehntelang entsprach diese Methode auch dem, was der Markt im Bereich Messen und Testen verlangte.

Der zweite Ansatz geht davon aus, dass der Kunde besser weiß, was er braucht. Der Fokus liegt hier auf einer Plattform, die Interoperabilität gewährleistet sowie die Möglichkeit, die jeweilige Lösung mit modularer Hardware, wie etwa der PXI-Plattform, und flexibler Software zu automatisieren und an die entsprechenden Anforderungen anzupassen. Diesem plattformbasierten Ansatz kommt immer mehr Bedeutung zu – vor allem, weil sich durch das Internet of Things (IoT) und Industrial IoT rasante Entwicklungen ergeben, durch die sich die Produkte des Kunden oft in kürzester Zeit ändern.

Selbstverständlich muss dann das Testsystem angepasst werden. Welche Funktionen aktuell oder in der Zukunft erforderlich sind, kann der Kunde weit besser voraussehen, als der Hersteller der Systeme es je könnte.

Einige Vertreter der erstgenannten Fraktion sind nun auf den fahrenden PXI-Zug aufgesprungen. Wohlgemerkt diejenigen, die zuvor proklamierten, den PXI-Standard nie anerkennen zu wollen! Doch verbauen sie die Module nach wie vor in einem Gehäuse und geben den Funktionsrahmen fest vor. Dies entspricht jedoch nicht dem ursprünglichen Gedanken hinter PXI. Ein smartes Testsystem stützt sich eben nicht nur auf modulare Hardware, sondern auch auf flexible Software. Einen wesentlichen Faktor stellt jedoch auch ein dynamisches Ökosystem dar. Ein gutes Beispiel für eine Plattform mit unterstützendem Ökosystem ist der App Store von Apple. Diese Plattform wird vom Ökosystem stetig um neue und spezialisierte Funktionen, in diesem Fall Apps, erweitert.

Der erste Ansatz herkömmlicher Messtechnik kann mit den sich schnell wandelnden Anforderungen des IoT und IIoT nicht Schritt halten. Würde ein Hersteller solcher Testsysteme jeder einzelnen Anforderung entsprechen wollen, hieße das, dass er wesentlich mehr Entwickler bräuchte, als er sich leisten könnte. Außerdem könnte er nur viel zu langsam auf Veränderungen reagieren.

Der Markt schreit also nach einem plattformbasierten Ansatz, umgeben von einem dynamischen und wachsenden Ökosystem. NI setzt seit seinen Anfängen auf modulare Hardware wie PXI-Systeme und flexible Software wie die grafische Systemdesignsoftware LabVIEW sowie auf ein Ökosystem von Entwicklern, Partnern, Integratoren und geistigem Eigentum (IP). Somit ist der Anwender nicht auf die Entwicklungen des Herstellers angewiesen, sondern kann selbst seinem Gerät die nötigen Funktionen verleihen. Oder er kann auf IP Anderer zurückgreifen, etwa von Alliance Partnern oder Anwendern aus der NI-Community.

Daher verwundert es nicht, dass NI stetig in seine Plattform für die Bereiche Prüf-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik investiert. Das wurde auf der NIWeek 2016 erneut augenfällig, etwa mit der Vorstellung des Vektorsignal-Transceivers (VST) der zweiten Generation. Bereits 2012 brachte NI den weltweit ersten VST auf den Markt. Hier handelt es sich um das Paradebeispiel für ein smartes Testsystem – eine Klasse software-designter Messgeräte, die es erlaubt, offene, FPGA-basierte Hardware mit LabVIEW an den Bedarf des Anwenders anzupassen. Der VST der zweiten Generation führt jetzt diese Gerätephilosophie fort. Mehr noch: Er fußt auf einer offenen Plattform, so dass der Anwender ihn an auch an künftige Anforderungen anpassen kann.

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