Lineare Bauelemente

Die Analogtechnik ist tot – es lebe die Analogtechnik

| Redakteur: Kristin Rinortner

Die Anfänge der Halbleiterindustrie: TI-Mitarbeiter überwachen das Wachstum von Silizium- und Germanium-Halbleitern, die reiner als in der Natur vorkommende Edelsteine sind. Im Bild zu sehen sind die komplexen Apparaturen in der neuen Halbleiterfabrik 1958.
Die Anfänge der Halbleiterindustrie: TI-Mitarbeiter überwachen das Wachstum von Silizium- und Germanium-Halbleitern, die reiner als in der Natur vorkommende Edelsteine sind. Im Bild zu sehen sind die komplexen Apparaturen in der neuen Halbleiterfabrik 1958. (Bild: Texas Instruments)

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Mit der Entwicklung des Siliziumtransistors und des integrierten Schaltkreises stieg Texas Instruments in die Halbleiterindustrie ein. Die Analogtechnik spielte im Unternehmen immer eine maßgebliche Rolle.

Bevor sich die Digitaltechnik allgemein durchsetzte, war Texas Instruments im Bereich der analogen Technologie aktiv – so zum Beispiel bei der Erkundung von Erdöllagerstätten oder in den ersten Computern des Unternehmens. Doch auch nach dem Umstieg auf digitale Technologien gerieten die analogen integrierten Schaltungen keineswegs aufs Abstellgleis, sondern behielten ihre stabile und profitable Position innerhalb der Geschäftsstrategie des texanischen Unternehmens.

Als die Personal Computer in ihrer Rolle als Triebfeder für die technologische Entwicklung von den Kommunikations- und Unterhaltungs-Applikationen abgelöst wurden, trat Texas Instruments als ein Spitzenreiter im Bereich der analogen Halbleiterbauelemente hervor.

Das Unternehmen kombinierte seine Fähigkeiten im digitalen und im analogen Bereich und entwickelte echtzeitfähige Signalverarbeitungs-Lösungen für Kunden in den Bereichen Kommunikation, Computer, Konsumelektronik, Industrie, Audio, Video und Automotive.

Während der 1950er Jahre wurden die Transistoren des Unternehmens für die Signalverstärkung in Hörgeräten genutzt, bevor Radio- und Fernsehgeräte, Stereoanlagen und eine breite Palette weiterer Konsumprodukte als zusätzliche Anwendungsgebiete hinzukamen.

Seit dem Jahr 1972 wurden lineare integrierte Schaltungen in Produktionsstückzahlen an wichtige Fernsehgeräte-Hersteller in den USA, Europa und Japan geliefert. Nach eigenen Schätzungen enthielten die meisten Farbfernsehgeräte lineare Schaltkreise des Unternehmens für die automatische Feinabstimmung der Bildqualität, die Verarbeitung des Tonsignals und die Farbverarbeitung.

Obwohl der Bereich der linearen Schaltungen stetig expandierte, wurde den analogen Technologien niemals die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wie die Vorstöße von Texas Instruments bei Speichern und Mikroprozessoren. Ungeachtet dessen erwirtschaftete das Analoggeschäft weiterhin Gewinne.

Viele der geschäftlichen Erfolge lassen sich den Ergebnissen zuschreiben, die mit DRAMs (Dynamic Random Access Memories) und Mikroprozessoren erzielt wurden. Beide Produktgruppen wurden an Großkunden vertrieben, die in der Computerwelt das Sagen hatten.

Bemerkenswert war allerdings die Tatsache, dass man im ganzen Land eine große Anzahl Kunden finden konnte, die weder DRAMs noch Mikroprozessoren erwarben, dass es aber keinen einzigen Kunden gab, der keine analogen Produkte kaufte. Schließlich benötigte man auch auf einer Speicherkarte analoge Spannungsregler für die Stromversorgung.

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