LeCroy

Zwanzig Jahre erfolgreich in der Oszilloskope-Oberliga

| Redakteur: Hendrik Härter

SDA18000 heißt das Oszilloskop von LeCroy. Mit 18 GHz Bandbreite und 60 GS/s Abtastrate ist es das leistungsstärkste Gerät im Markt.
SDA18000 heißt das Oszilloskop von LeCroy. Mit 18 GHz Bandbreite und 60 GS/s Abtastrate ist es das leistungsstärkste Gerät im Markt. (Bild: LeCroy)

LeCroy stieg erst 1985 in das Oszilloskopgeschäft ein. Bis dahin hatte das amerikanische Unternehmen aus Chestnut Ridge, New York, etliche Erfahrungen mit Digitizern in der Hochenergie-Physik gesammelt und es dabei zu einigen Nobelpreisträgern auf der Kundenliste gebracht. Zwanzig Jahre später, ist das Unternehmen zweitgrößter Oszilloskophersteller.

Den Ursprung fürs Oszilloskopgeschäft bildete die Idee für ein digitales Oszilloskop mit einem für die damalige Zeit extrem großen Erfassungsspeicher von 32K-Punkten pro Kanal und großem Bildschirm. Man wollte dem Anwender etwas bieten, was andere Hersteller nicht erkannten oder nicht umsetzen konnten. Das erste digitale Oszilloskop des Herstellers (Modell 9400) bot demzufolge 300 MHz Bandbreite und bis zu 400 MS/s Abtastrate. Intern wurde es unter dem Decknamen „The Scope“ entwickelt und übertraf bald nach seiner Einführung die prognostizierten Verkaufszahlen um ein Vielfaches.

Über 15 000 Geräte gingen in den Markt

Die Firmware wurde komplett in C und Assembler geschrieben und bestand aus mehreren tausend Code-Zeilen, die auf einem Hawk-Computer kompiliert wurden. Auch das Betriebssystem wurde vollständig selbst entwickelt.

Beflügelt vom Erfolg dieses Messgerätes, leitete der Hersteller eine ganze Modellserie daraus ab mit Bandbreiten von 125 bis 350 MHz, Abtastraten von 100 bis 400 MS/s und Speicher bis zu 50K-Punkten pro Kanal. Insgesamt wurden von dieser Modellreihe in Genf, dem Stammsitz des Herstellers in Europa, über 15 000 Geräte produziert und verkauft. 1991 löste die Familie 9300 die 9400er-Modelle ab.

Mit dem WaveMaster präsentierte LeCroy 2002 sein erstes Oszilloskop mit der komplett neuen und patentierten X-Stream-Architektur auf SiGe-Basis. Die Geräte verfügen zu diesem Zeitpunkt über 3 bis 6 GHz Bandbreite, 20 GS/s Abtastrate und bis zu 100-M-Punkte Speicher pro Kanal.

Bei der X-Stream-Technologie handelt es sich um eine neuartige Architektur für einen extrem schnellen Datendurchsatz innerhalb eines Digitalspeicheroszilloskops, die auch dann wirkt, wenn das Gerät umfangreiche Berechnungen vornimmt.

LeCroy präsentiert 1985 sein erstes Oszilloskop - und erregte mit dem Modell 9400 großes Aufsehen, weil dieses Gerät sowohl einen umfangreichen Speicher als auch ein großes Vektor-Display für scharfe, kontrastreiche Bilder bot.
LeCroy präsentiert 1985 sein erstes Oszilloskop - und erregte mit dem Modell 9400 großes Aufsehen, weil dieses Gerät sowohl einen umfangreichen Speicher als auch ein großes Vektor-Display für scharfe, kontrastreiche Bilder bot. (Bild: LeCroy)

Die digitalisierten Eingangssignale werden in schnellen CMOS-Speichern abgelegt, die ihrerseits Datenraten bis 10 GByte/s in einem Erfassungsspeicher von maximal 150-M-Punkten verarbeiten. Dabei übernehmen die Speicher nicht nur die Zwischenspeicherung, sondern führen auch eine Paketbildung der Daten aus und übertragen diese Datenpakete in Echtzeit direkt in den Cache-Speicher der CPU. Diese Architektur bildet die Grundlage für alle folgenden Oszilloskop-Generationen des Herstellers. Sie ist nach Ansicht des Unternehmen in ihrer Leistungsfähigkeit noch lange nicht ausgereizt.

Zu den aktuellen Geräten, die auf diese Technologie aufbauen, gehören die Modellreihen WaveRunner (350 MHz bis 2 GHz), WavePro (1 bis 3 GHz), WaveMaster/SDA (3 bis 18 GHz) und WaveExpert (20 bis 100 GHz).

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