Elektronikgeschichte

Wie die electronica von der Bedrohung zum Exportschlager wurde

| Autor / Redakteur: Basierend auf Material der Messe München / Martina Hafner

Die erste electronica fand vom 21. - 28. Oktober 1964 in München statt
Die erste electronica fand vom 21. - 28. Oktober 1964 in München statt (Bild: Messe München)

Alle zwei Jahre ist electronica-Jahr. 2014 kamen dafür über 73.000 Fachbesucher nach München. Aus heutiger Sicht erstaunlich: Deutsche Großunternehmen und Verbände wollten die electronica nicht - mussten ihren Irrtum jedoch schnell einsehen.

Die Fachausstellung für elektronische Bauelemente sowie die dazugehörigen Mess- und Fertigungssysteme electronica wurde ursprünglich von amerikanischen Unternehmen ins Leben gerufen. Sie wollten auf dem prosperierenden und lukrativen deutschen Elektronikmarkt von Anfang an dabei sein. Heute, gut 50 Jahre später, ist die electronica die weltweit größte und bedeutendste Leitmesse für Komponenten, Systeme und Anwendungen der Elektronik.

Der Streit um die electronica

Die Messe München als Veranstalter der electronica hatte allerdings zu Beginn keinen leichten Stand. Deutsche Großunternehmen der Elektrotechnik blieben der Messe zunächst fern. Der Vorwurf: Die electronica sei in erster Linie eine Exportmesse der Amerikaner, die wegen des stagnierenden Absatzes im eigenen Land emsig nach neuen Märkten suchten. Manche deutsche Unternehmen, so lässt sich nachlesen, hätten schlichtweg auch die direkte Konfrontation mit den Amerikanern gescheut. ("Das umworbene Elektron", Zeit Online, 28.01.66). Einge der deutschen Großunternehmen schickten Beobachter, um sich über die Neuheiten der internationalen Konkurrenz informieren zu lassen.

Auch deutsche Verbände wie der ZVEI verweigerten damals ihre Unterstützung. Zudem gab es Ärger mit der Messe AG in Hannover, die die electronia als Bedrohung für die Hannove Messe fürchtete.

Aller Widerstand half nichts. Die electronica entwickelte sich schon in den ersten Jahren zum Magnet für Besucher und Aussteller aus ganz Europa, den USA, Japan oder der damaligen Sowjetunion. Die Ausstellungsfläche war komplett belegt, Spätentschlossene bekamen nur noch Vitrinen, aber keine Stände mehr.

Die Kritiker mussten schließlich einsehen, dass die electronica die richtige Idee zur richtigen Zeit war und das Konzept dieser Branchenschau aufging. Das zeigte sich spätestens mit der zweiten Veranstaltung 1966. Die Ausstellungsfläche verdoppelte sich nahezu, ebenso wie die Stände und die Zahl der ausstellenden Unternehmen.

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