EMS-Anbieter unter den Top 15

Unternehmergeist und Verantwortung für die Region

| Autor / Redakteur: Claudia Mallok* / Johann Wiesböck

High-Tech und Tradition: Gründer und Unternehmer Manfred Zollner hat ein Lebenswerk geschaffen. Der im Hause Zollner entwickelte Further Drache Tradinno ist der größte vierbeinige Schreitroboter der Welt und steht für alles, was die Firma macht.
High-Tech und Tradition: Gründer und Unternehmer Manfred Zollner hat ein Lebenswerk geschaffen. Der im Hause Zollner entwickelte Further Drache Tradinno ist der größte vierbeinige Schreitroboter der Welt und steht für alles, was die Firma macht. (Bild: Zollner)

Zollner Elektronik, der EMS-Anbieter aus dem Bayerischen Wald spielt bei den ganz großen Fertigern der Welt mit: den Top 15 der Branche. Den Grundstein legte Firmengründer Manfred Zollner 1965.

Vor gut 50 Jahren begann eine Unternehmensgeschichte, die für heutige Verhältnisse märchenhaft anmutet: Ein junger Unternehmer vom Dorf macht einen Ein-Mann-Betrieb zum Weltkonzern und eine arme bäuerliche Region zum High-Tech-Industriestandort mit Vollbeschäftigung.

Im Jahr 1965 gründete der damals erst 25-jährige Manfred Zollner in der kleinen ostbayerischen Gemeinde Zandt ein Elektrofachgeschäft mit Installationsbetrieb. Sein Ziel: 50 Arbeitsplätze schaffen war für die meisten damals undenkbar in einer landwirtschaftlichen Region, in der die Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten über 50 Prozent betrug. Für Ostbayern sprach das im Vergleich zu den Ballungszentren wie München oder Stuttgart niedrigere Lohnniveau – vor allem aber überzeugte die Mentalität der Menschen.

50 Jahre später steht Manfred Zollner als Aufsichtsratsvorsitzender einer Unternehmensgruppe vor, die 18 Standorte auf vier Kontinenten unterhält und mehr als 9.600 Mitarbeiter beschäftigt. Entwickelt und gefertigt wird so gut wie alles, wo Elektronik drin ist: Bezahlterminals, Autoanlasser, Ticketautomaten der Bahn, Paketstationen der Post, Auto-Scheinwerfer. Aufzugsteuerungen, Check-in-Terminals der Lufthansa, medizinische Liegen Antriebe für Elektroautos, Steuerungen in Flugzeugen und in Kernspintomographen oder wie es Firmengründer Manfred Zollner zusammenfasst: „Es gibt nix, wo wir ned mit drin sind.“

Die ersten Geschäftstätigkeiten vor 50 Jahren waren der Verkauf von Elektrogeräten und Elektroinstallationen in Gebäuden. Nach und nach wurde das Spektrum erweitert um die Reparatur von Elektrogeräten, den Verkauf und Aufbau von Einbauküchen sowie den Verkauf und Service von Unterhaltungselektronik.

Automaten lösen nach und nach die Handarbeit ab

Nach fünfjähriger Erfahrung mit dem Elektrofachgeschäft gründete Zollner seine „Elektrotechnische Fabrik“ und produzierte Wickelgüter. In den 1970er Jahren wurde noch manuell gearbeitet. Die Handarbeit löste Anfang der 80er Jahre ein Wickelautomat ab, der die Spulen automatisch wickelte.

Für die Induktivitäten brauchte man Vorrichtungen für Wickeldorne. Dieser neue Bedarf führte zum eigenen Vorrichtungsbau. Bald kam eine eigene Galvanik hinzu, weil die Anforderungen an den Oberflächenschutz stiegen und mit dem Transport zur nächstgelegenen Galvanik in Regensburg ein großer logistischer Aufwand verbunden war. In den 70er Jahren wurden bereits Einlegebiege-, Einlegeschnitt- und Folgeschnittwerkzeuge gebaut. Um den Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, wurden Prüfmittelplanung und Prüfmittelbau schnell ein Thema. Johann Weber, heute Vorstandsvorsitzender der Zollner Elektronik AG, übernahm seinerzeit diese Aufgabe und bereitete zielgerichtet den Weg für weitere bahnbrechende technologische Schritte in der Elektronik.

Der bedeutendste Meilenstein am Ende dieser Periode war der Beginn der Flachbaugruppenfertigung und -prüfung. Das Leistungsspektrum des Elektronikgeschäftes umfasste damals die Bauteilekonfektionierung, manuelle Bestückung auf halbautomatischen Bestückungstischen, Schleppbadlötung, elektronische Prüfung und manuelle Sichtprüfung mit Montage. Eigenbedarf, Kundenanforderungen, eine höhere Wertschöpfung und nicht zuletzt die Entscheidungskriterien Qualität, Zuverlässigkeit und Flexibilität trugen zur Erweiterung des Angebotes bei. Vor allem durch den steigenden Bedarf der Kunden eignete sich die junge Firma zielstrebig verschiedenste Verfahren und Prozesse an und weitete die Geschäftsbeziehungen zu seinen Auftraggebern aus.

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