Erfolgstory

Stets am Puls der Zeit – 93 Jahre Conrad

| Redakteur: Margit Kuther

1936: Das Fernsehen erobert Deutschland und Max Conrad hat die passenden Bauteile.
1936: Das Fernsehen erobert Deutschland und Max Conrad hat die passenden Bauteile. (Bild: Conrad)

Wer die Firmengeschichte von Conrad durchwandert, stellt immer wieder fest, dass neben Geschick, Fleiß und engagierten Mitarbeitern auch Glück zum Erfolg gehört. Ein Blick auf 93 Jahre Conrad.

Wer weiß, vielleicht wäre Conrad ohne seine zuverlässigen und überdurchschnittlich engagierten Mitarbeiter heute ein Radiogeschäft an der Ecke, ein Tochterunternehmen eines Konzerns, oder einfach gar nicht mehr da?

Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern konnte Conrad jedoch bis heute mit Hightech Maßstäbe setzen – ob 1923 mit der Radiotechnik, 1998 mit „electronic commerce“ oder 2013 mit der Zertifizierung der ESD-Abwicklung des modernen EPA-Bereichs (Electrostatic Protected Area) für sichere und sachgemäße Lagerung und Handhabung empfindlicher Bauteile. Denn auf eines ist Verlass: Fortschritt ist bei Conrad Tradition.

Wir haben uns im zweiten Jahrtausend eingerichtet: Die Welt schrumpft zum globalen Dorf. Der virtuelle Plausch mit dem Computer-Nachbarn in Neuseeland, USA oder China ist Normalität. Diese Reise in die Zukunft hat für Conrad Electronic bereits vor 93 Jahren begonnen.

Das Radio, das Ohr zur Welt mit Conrad als Trendsetter

1923, damals hieß das Informationsmedium nicht Internet, sondern Radio. Es ermöglichte den Menschen am 29. Oktober 1923 zum ersten Mal, Caruso außerhalb des Konzertsaals zu hören und Stimmen zu lauschen, die bisher außerhalb jeder Hörweite lagen. Das Radio war das Ohr zur Welt. Der Berliner Kaufmann Max Conrad erkannte als einer der Ersten das ganze Ausmaß dieser technischen Revolution. Er machte möglich, was heute wie selbstverständlich digital erledigt wird.

Max Conrad verkaufte Spulen, Detektoren und Kondensatoren – eben alles, was sich im Holzgehäuse eines Radios der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts verbarg. Um die Produkte zu einem erschwinglichen Preis anbieten zu können, bediente sich der Unternehmensgründer aus alten Geräten der Armee. So einfach können Hightech-Unternehmen beginnen. Allzu lange konnte Max Conrad seine Pionierleistung nicht mehr genießen. Er starb 1929.

1927 blühte seine Firma weiter auf, als Sohn Werner mit 21 Jahren das Unternehmen übernahm und ihm buchstäblich seinen Stempel aufdrückte: Auf dem stand WERCO, WERner COnrad. Die Lieferwagen dieser Radiohandlung mit ihrem schwarzgelben Firmenlogo waren in den Straßen Berlins ein vertrautes Bild. Wie Max Conrad war auch der Sohn vom Radiovirus infiziert. Folglich ist es kein Wunder, dass Werner Conrad auch die zweite technische Revolution in deutschen Haushalten mit anschob.

1936, im Olympiajahr, hatte das Fernsehen in Deutschland Premiere. Und natürlich hatte WERCO die passenden Bausätze, die Unglaubliches ermöglichten: Bei internationalen Wettkämpfen außerhalb der Stadionmauern mitfiebern zu können, dieses Gefühl kannte bisher kaum ein Bürger.

Werner Conrad stellte 1937 auf der Berliner Funkausstellung den ersten Fernseh-Baukasten aus und verlegte sein erstes Buch: „Fernsehen von A bis Z“. Die Sensation schlug ein. Die Zeichen standen also gut für Conrad, bis der Krieg auch die Hauptstadt erreichte. Um Leib und Leben zu retten, floh die Familie Conrad nach Hirschau in die Oberpfalz, wo es nicht jeden Tag Bomben regnete.

Die Familie überlebte dort die Katastrophe, die Firma WERCO nicht. Alles was aus dem „Haus der Neuheiten“, wie es sich 1928 nannte, übrig geblieben war, war ein Rucksack voller Drehkondensatoren. Werner Conrad sah dieses „Betriebsvermögen“ als Startkapital für einen Neubeginn in einer Großstadt, München oder Frankfurt, irgendwann nach 1945. Doch wieder kam es anders.

Der Zufall kam Werner Conrad zu Hilfe: In den ersten Nachkriegsjahren war alles knapp, erst recht elektrische Bauteile. Das Radio, die bisherige Geschäftsgrundlage der Conrads, hatten die Besatzungsmächte sogar verboten. Die Nazis hatten den Volksempfänger zuvor zu Propagandazwecken missbraucht.

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