Zukunft der Softwareentwicklung

Software, die nicht gehackt werden kann, ist Realität

| Redakteur: Franz Graser

Wie haben sich aus Ihrer Sicht die Kundenanforderungen verändert und wie werden sich diese in der Zukunft entwickeln?

Aus einer Vielzahl von Gründen werden wir gebeten, mehr kundenspezifische Entwicklungen und Beratung anzubieten. Ein Bereich davon ist die funktionelle Sicherheit, wo Bedarf an Beratung und Lieferung von zertifizierten Sicherheitsplattformen besteht. Das geht vom Automobilbereich, der Bahntechnik über die Industrie bis hin zur Medizintechnik und zu Smart Energy. Es gibt auch eine erhöhte Nachfrage nach unserer Sicherheitsexpertise und nach der Steigerung der Produktivität von Entwicklern und der Reduktion der Produkteinführungszeit. Und schließlich können wir erwarten, dass die Regierungen von Herstellern elektronischer Produkte eine verstärkte Haftung verlangen und vorschreiben, dass diese Sicherheits-Industriestandards einhalten, die noch strenger sind als heute üblich.

Wie sehen Sie die Verlagerung von Hardware zu Software und was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Wenn wir uns die Industrie ansehen, findet der Trend zur Implementierung von Funktionen in Software statt in Hardware bereits seit mehr als einem Jahrzehnt statt. Die Entwicklung der Hardware hat sich nicht verlangsamt und liefert weiterhin steigende Leistung bei zunehmender Bauteildichte, kleinerer Leistungsaufnahme und kleinerem Platzbedarf. Mit jeder Überarbeitung der Prozessorarchitektur kommen neue und verbesserte Hardwarefunktionen, die Anwendungen effizienter machen. Verbesserte Sicherheitsfeatures bereits auf dem Silizium in Verbindung mit normierter Kryptografie sorgen für die Vertraulichkeit des Systems, die Authentifizierung und die Integrität. Sicherheit kann aber nur durch die richtige Softwarearchitektur und die richtigen Komponenten erreicht werden.

Green Hills Software hat seit Jahren das optimale Betriebssystem für diese komplexen Systeme entwickelt und geliefert, ebenso wie die zugehörige Software-Entwicklungsumgebung, um die Komplexität handhabbar zu machen und um die Time-to-Market zu reduzieren.

Wie bedeutend ist das Internet der Dinge für Ihr Unternehmen und wie unterstützen Sie diese Entwicklung?

Das Internet der Dinge umfasst ein breites Spektrum an vernetzten Geräten, das von einfachen Endgeräten bis hin zur globalen Infrastruktur reicht. Unser Unternehmen hat über viele Jahre hinweg mit unseren Kunden zusammengearbeitet, um das grundlegend sichere und zuverlässige Operationssystem zu liefern, ebenso wie die Virtualisierung, Middleware und die Expertise, um sichere Geräte zu entwickeln. ISS erweitert unser Angebot zur Lieferung von durchgängigen, mehrschichtigen Embedded-Sicherheitslösungen, um intelligente Geräte und ihre Lieferkette innerhalb des Internets der Dinge zu schützen. Wir sehen hier auch eine Erweiterung auf andere Märkte.

Safety und Security gelten als technische Treiber in einer zunehmend vernetzten Welt. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Die Entwicklung des INTEGRITY-Betriebssystems 1997 hat die Firma verändert, die verfügbare Tiefe von Lösungen und die Fähigkeit, Kunden zu erreichen, dramatisch gesteigert und es ihr erlaubt, in neue Märkte zu gehen. Ein aktuelles Beispiel gibt es im Automobilbereich, wo eine Kombination aus leistungsfähiger Funktionalität, wie 3D- und 4k-Multimedia und Car2x-Vernetzung häufig mit kritischen Diensten wie dem ADAS gekoppelt sind, und wo Safety und Security von absolut entscheidender Bedeutung sind. Hardware-Trends, speziell Multi-Core, begünstigen solche Systeme mit gemischter Kritikalität. Das INTEGRITY RTOS bildet dabei die vertrauenswürdige Softwaregrundlage, um die unterschiedlichen Auslastungen handhaben zu können, die praktisch in jedem 32/64-Bit-Embedded-System benötigt werden.

Innerhalb der Automobilindustrie gehen die Trends in Richtung intelligentes Fahren, softwaregesteuerte Cockpits und sicher vernetzte Fahrzeugen. Die Konsolidierung von Hardware und Software auf einer einzigen, skalierbaren Plattform eröffnet zahlreiche Möglichkeiten und spart Materialkosten, während gleichzeitig die Komplexität handhabbarer wird und somit der höchstmögliche Level von Safety und Security erreicht werden kann. Heute wird das INTEGRITY RTOS weltweit in Zig-Millionen Autos eingesetzt.

Welche technischen Herausforderungen und Chancen sehen Sie für Ihr Unternehmen?

Die größten Herausforderungen sind Legacy-Systeme und Schwerfälligkeit. Es gibt nach wie vor viele elektronische Produkte, die die Vorteile moderner Hardware und Softwaretechniken aufgrund des großen Umfangs der bereits bestehenden Codebasis nicht ausnutzen. Zusätzlich sind die Anforderungen an die Sicherheitszertifizierung, mit wenigen Ausnahmen, deutlich schwächer, als sie sein könnten und sein müssten. Das lässt nicht nur unsere kritische Infrastruktur Hackern gegenüber ungeschützt, sondern schreckt auch Entwickler ab, Änderungen umzusetzen.

Dennoch gehen die Technologietrends in eine Richtung, die genau mit dem übereinstimmt, was Green Hills anbietet: Entwicklern zu helfen, die Komplexität ihrer elektronischen Systeme zu managen, um die beste Leistung, die geringsten Kosten und absolute Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erreichen.

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