Jauch – der Impulsgeber für Entwicklungen in der Elektronik

| Redakteur: Richard Oed

Erfolgsgeschichte: Seit über 60 Jahren ist Jauch Quartz am Puls des Fortschritts für frequenzgebende Bauteile und Batterietechnologie.
Erfolgsgeschichte: Seit über 60 Jahren ist Jauch Quartz am Puls des Fortschritts für frequenzgebende Bauteile und Batterietechnologie. (Bild: Jauch Quartz)

Seit seiner Gründung vor über 60 Jahren entwickelte sich Jauch Quartz von einer regionalen Handelsvertretung zu einem internationalen Spezialisten für frequenzgebende Bauteile und Batterietechnologie.

Wie vieles, was im Schwarzwald seine Wurzeln hat, beginnt auch die Erfolgsgeschichte von Jauch Quartz mit Uhren: Einer der großen Renner in den 1950er-Jahren waren neben Armbanduhren und Standuhren auch Wecker mit Metallgehäuse. Denn das Wirtschaftswunder wollte natürlich niemand verschlafen und diese Wecker, etwa noch auf einen Porzellanteller gestellt, waren auf keinen Fall zu überhören. 1954 im Schwarzwald war es, als Herbert Christian Jauch sein Unternehmen als Zulieferer für die Schwarzwälder Uhrenindustrie gründete.

Herbert C. Jauch setzt von Anfang an auf Präzision und Know-how und übernimmt als Handelsunternehmen auch den Vertrieb der bei den Uhren-Herstellern gefragten Präzisionsdrehteile. Achsen, Wellen und Zahnräder aus Schweizer Präzisionsfertigung sind in der Uhrenindustrie des Schwarzwaldes begehrt. Aber die Zeit läuft weiter, Kunststoff als Alternative zu Metall wird immer dominanter.

Jauch erkennt die Zeichen der Zeit, spürt mit Kunststoff-Zifferblättern in Messing-Optik eine Innovation in der Schweiz auf und bringt diese Neuheit in die boomende Uhrenindustrie nach Deutschland. Die Uhrenindustrie und die Vernetzung mit der Schweiz sind Quelle für neue Impulse und bieten Zugang zu neuen Chancen für das damalige Handelsunternehmen.

Hinhören ist gefragt. Bereits zu dieser Zeit ist es ein enormer Wert, dass man trotz eigentlich perfekt laufender Geschäfte und voller Auftragsbücher stets das Ohr am Puls des Fortschrittes hat. Die Erkenntnis, dass die Fertigung mechanischer Uhrwerke dem Ende entgegengehen wird, zeigt sich Ende der 1960er-Jahre durch die Konstruktion von batteriebetriebenen Uhrwerken. Von da an gehen die Uhren anders: Die mechanischen Uhren werden von elektronischen verdrängt. Schließlich ist die Zeit der klobigen Metallwecker ganz abgelaufen. Die traditionellen mechanischen Uhrwerke für den Alltag werden in den 1970er-Jahren durch zwei Innovationswellen regelrecht vom Markt gefegt. Kunststoff tritt an die Stelle von Metall, die Elektromechanik und danach die Mikroelektronik der Quarzuhren an die Stelle der Mechanik.

Vom Rädchen zum Taktgeber – der Beginn der Quarz-Ära

Der Firmengründer hat das Ohr erneut rechtzeitig am Puls der Zeit und erkennt früh, dass Miniaturisierung und Elektronik den Ton angeben werden. 1974 tritt Thomas Jauch, Sohn des Firmengründers, in das Unternehmen ein und im Unternehmen beginnt die Zeit der Elektronik. Herbert C. und Thomas Jauch übernehmen die Europa-Vertretung von Motorola und verschaffen der Uhrenindustrie im Südwesten Zugang zu den heiß begehrten Uhrenquarzen.

Der Einzug der Elektronik in andere Industriebereiche ermöglicht eine schnelle Erweiterung des Portfolios. Der richtige Takt ist nicht nur bei Uhren gefragt. Jauch wird ein Hauptlieferant der deutschen Unterhaltungselektronik, beliefert unter anderem die im Schwarzwald angesiedelten Saba-Werke und Dual, deutschlandweit zum Beispiel Grundig und exportiert frequenzgebende Bauteile von Villingen-Schwenningen aus in alle Welt. Das Leben wird immer mobiler, die Elektronik tragbarer und sie braucht dafür die passende Energie – 1976 übernimmt Jauch die Vertretung von Renata, einem Schweizer Batteriehersteller. Damit wird bereits vor 41 Jahren der Grundstein für den wichtigen zweiten Unternehmensbereich Batterietechnologie gelegt.

Die Nähe zu den Kunden und das Verständnis für die Bedürfnisse der Entwickler und Hersteller elektronischer Geräte geben dem Unternehmen die Chance, sich breiter aufzustellen. Motorola, damaliger amerikanischer Marktführer in der Halbleitertechnologie, weiß die Kompetenz von Jauch zu schätzen und wünscht eine noch intensivere Zusammenarbeit mit Jauch.

In zahlreichen Applikationen und Produkten vertreten

Die Zusammenarbeit mit Motorola wird in den 1980er-Jahren auf den Halbleiterbereich und Piezo-Produkte, ja sogar auf Monitore ausgeweitet. Damit unternimmt die Firma aus dem Schwarzwald einen Ausflug in die Welt der Fertigprodukte, von dem besonders die Erfahrungen aus dem Bereich Service und Support bis heute wirksam bleiben.

Die Firma H. C. Jauch entwickelt sich stetig weiter. Taktgeber von Jauch sind in der Telekommunikation, der Unterhaltungselektronik und der weißen Ware gefragt, werden in den ersten PCs und Spielekonsolen – wie zum Beispiel dem Commodore 64 – und im ersten Siemens-Handy verbaut. Die Erfahrung mit den Produkten und aus der Zusammenarbeit mit den Herstellern legen den Grundstein für die kommenden Jahre und die Entwicklung des Unternehmens zum internationalen Produzenten und Partner der Elektronikindustrie.

Der Fokus wird dabei auf die Herstellung von frequenzgebenden Bauteilen und auf die Batterietechnologie gelegt. Zur Produktion von Quarzen und Oszillatoren werden Kooperationen mit Herstellern in Japan und Taiwan eingegangen, schließlich eine eigene Niederlassung in Hongkong gegründet. Schnell kommt in der Elektronikindustrie die Nachfrage nach komplexeren frequenzgebenden Bauteilen auf. 1986 präsentiert Jauch den ersten Oszillator im Dual-Inline-(DIL-)Gehäuse. Durch die Kooperation mit JVC in Japan bekommt Jauch Zugang zur Oszillatortechnologie und liefert Quarzoszillatoren zum Beispiel für elektronische Schreibmaschinen der Traditionsmarke Triumph-Adler.

Inhalt des Artikels:

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45065997 / Jauch)