Einzel- und Kleinserienfertigung

Flexible Produktionslinien nutzen Fertigungsressourcen sinnvoll aus

| Redakteur: Johann Wiesböck

So funktioniert die flexible Produktionslinie

Flexibler Arbeitsplatz mit wechselbarer Materialbereitstellung auf einem sogenannten Rucksackwagen
Flexibler Arbeitsplatz mit wechselbarer Materialbereitstellung auf einem sogenannten Rucksackwagen (Bild: Bild: Zollner Elektronik)

Das ist Grundidee der flexiblen Produktionslinien: Es werden Produkte mit ähnlichen Fertigungsprozessen ausgewählt, bei denen eine sinnvolle Auslastung eines eigenen Fertigungsbereichs nicht gegeben ist. Aus Standardarbeitstischen, Rucksackwägen (austauschbare Materialbereitstellungswägen) und Standardmaterialbereitstellungen werden die Arbeitsplätze aufgebaut.

An den Standardarbeitstischen selbst werden keine produktspezifischen Anbauten angebracht und alle Betriebsmittel sind fahrbar gestaltet. Werkzeuge und Fertigungshilfsmittel befinden sich am Rucksackwagen. Außerdem ist die Ausstattung der Arbeitsplätze mit Strom, Druckluft, Netzwerk usw. standardisiert.

Bild 1 veranschaulicht das Prinzip der flexiblen Gestaltung von Arbeitsplätzen. Hinsichtlich der Materialversorgung empfehlen sich im Projektgeschäft häufig die Kommissionierung der Materialien und die Ausstattung dieser Arbeitsplätze mit Betriebsmitteln aus einem Standardpool, der am Standort vorgehalten wird.

Entscheidend ist die Einteilung der Produktionsaufträge

Bei Produkten mit turnusmäßiger Produktion z. B. im wöchentlichen Rhythmus, bei denen ein eigener Fertigungsbereich nur zum Teil ausgelastet ist, können auch Festrüstungen an den Rucksackwägen und Materialbereitstellungen vorgenommen werden. Bei den Festrüstungen bleiben die benötigten Handwerkzeuge und Kanban-Materialien auf den Rucksackwägen, wo sie während der Produktionspausen für dieses Produkt „geparkt“ sind.

Kombilinie für die Montage von Kleingeräten bei Zollner Elektronik im Werk Furth im Wald
Kombilinie für die Montage von Kleingeräten bei Zollner Elektronik im Werk Furth im Wald (Bild: Bild: Zollner Elektronik)

Somit muss lediglich die Lagerfläche für die Materialbereitstellungen vorgehalten werden. Die Arbeitsplätze können in dieser Zeit für andere Produkte genutzt werden. Das in Bild 2 dargestellte Beispiel der Kombilinie für Kleingeräte am Standort Furth im Wald veranschaulicht den Arbeitsplatz mit austauschbarer Materialbereitstellung.

Derzeit werden in Furth im Wald zwei Kombilinien betrieben. Neben dem in Bild 2 dargestellten Produktionsbereich wird eine flexible Produktionslinie für Großgeräte vorgehalten. Wichtig ist hier eine durchdachte und vorausschauende Einteilung der Produktionsaufträge, sodass die Fertigungsbereiche sinnvoll ausgelastet sind.

„Bei Produkten, bei denen sehr kurzfristig auf Kundenbestellungen reagiert werden muss, wird die Lieferfähigkeit durch Fertigwarensupermärkte gewahrt“, erklärt Mahr. „In den letzten beiden Jahren haben wir das Konzept der flexiblen Produktionslinien fortlaufend optimiert und weitergedacht, sodass alle neuen und optimierten Fertigungsbereiche fortan als flexible Produktionsbereiche gestaltet werden“, so der Prozessexperte.

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