Zollner Elektronik

Ein Hightech-Drache, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat

| Redakteur: Martina Hafner

Anfang Juli 2010 zeigte der neue Drache erste Kostproben seiner Fürchterlichkeit
Anfang Juli 2010 zeigte der neue Drache erste Kostproben seiner Fürchterlichkeit (Bild: VBM-Archiv)

Da staunt selbst Hollywood: Techniker aus Ostbayern haben den größten Roboter der Welt gebaut, der beim ‚Drachenstich in Furth im Wald’ Zehntausende von Besuchern begeistern soll. Unter Federführung von Zollner und mit EU-Förderung erschufen 35 Projektpartner in neun Jahre hinter verschlossenen Türen ein echtes Hightechmonster

Er ist nicht nur der neue, umjubelte Hauptdarsteller des ältesten Volksschauspiels Deutschlands, sondern auch eine technische Sensation: In neunjähriger Planungs- und Bauzeit haben Elektronik- und Maschinenbauspezialisten aus Ostbayern den größten, auf vier Beinen laufenden Roboter der Welt erschaffen.

Viele zehntausend Zuschauer werden das einzigartige technische Kunstwerk von der Größe eines Sattelschleppers schon bald bestaunen können: Beim Further ‚Drachenstich’ spielt der riesige Roboter vom 31. Juli bis zum 15. August ein furchterregendes Fabelwesen.

Bei den Vorstellungen in der ostbayerischen Grenzstadt Furth im Wald wird der furchtlose Ritter Udo insgesamt elf Mal mit einem Lanzenstich den ferngesteuerten High-Tech-Drachen erlegen, gegen den jede auch noch so gekonnte Hollywood-Computeranimation verblasst. Als das Ungetüm bei seiner Ankunft in Furth im Wald erstmals vorgeführt wurde, jubelten 10.000 begeisterte Zuschauer dem angsteinflößenden Drachen und dessen Schöpfern zu.

10 t schwer, 10 m lang und 12,3 m Flügelspannweite

Fachleute des auf elektronische Systeme spezialisierten Unternehmens Zollner Elektronik AG aus dem benachbarten Ort Zandt haben gemeinsam mit 35 Projektpartnern aus ganz Deutschland den zum Fabelwesen mutierten Riesenroboter gebaut, der allein schon durch seine Ausmaße beeindruckt: Der mit einer Spezialhaut aus Kunststoff überzogene, zehn Tonnen schwere Drache misst zehn Meter in der Länge und viereinhalb Meter in der Höhe.

Die Spannweite seiner stoffbespannten Flügel beträgt 12,3 Meter. In seinen Inneren wurden 300 Hyrdaulikventile und insgesamt 1300 Meter Leitungen montiert. Eine Stahlflasche mit elf Kilo Flüssiggas liefert den Brennstoff fürs Feuerspeien. Und damit der Drache beim tödlichen Lanzenstich artgerecht verenden kann, strömen beim Finale aus einem Tank 80 Liter roter Farbstoff.

Gelenkt wird das Monstrum von vier Helfern des Drachenstich-Vereins, die über Fernsteuerungen alle Körperbewegungen dirigieren können. 2,3 Millionen Euro hat der neue High-Tech-Drache gekostet, wobei ein Großteil mit staatlichen Zuschüssen und Zuwendungen der EU bestritten wurde. Weitere finanzielle Unterstützung kam von zahlreichen Sponsoren – siehe Links zum Beitrag.

Tradinno – Tradition verbindet sich mit Innovation

Bereits vor neun Jahren begannen die Vorbereitungen für das Projekt ‚Tradinno’ – eine Wortschöpfung, die den Kern des Vorhabens bestens umschreibt: Tradition und Innovation. Die Tradition besteht aus einer alten Volkssage, die auf die Sankt-Georgs-Legende zurückgeht und seit gut 500 Jahren in der ostbayerischen Kleinstadt Furth im Wald in einem beeindruckenden Schauspiel dargestellt wird.

Vor dem Hintergrund der Hussitenkriege lebt eine uralte Prophezeiung auf: „Ein grauenvolles Untier wird sich erheben und Tod und Verwüstung bringen.“ Die Bewohner von Furth im Wald rüsten sich gegen die drohende Gefahr, doch nur die junge Further Schlossherrin und der furchtlose Ritter Udo können letztlich das Unheil verhindern. Das ist der Kern der Geschichte des „Further Drachenstichs“, der alljährlich im Juli und August viele zehntausend Besucher anlockt.

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