Zeit- und Frequenznormal

Die erste tragbare Quarzuhr wog 36 kg

| Redakteur: Hendrik Härter

Die Quarzuhr CFQ wurde von Dr. Rohde und Dr. Schwarz zu Zeiten des „Physikalisch-Technischen Entwicklungslabors“ im Jahr 1938 entwickelt.
Die Quarzuhr CFQ wurde von Dr. Rohde und Dr. Schwarz zu Zeiten des „Physikalisch-Technischen Entwicklungslabors“ im Jahr 1938 entwickelt. (Bild: Rohde & Schwarz)

In ihrem „Physikalisch-Technische Entwicklungslabor (PTE)“ entwickelten Dr. Rohde und Dr. Schwarz 1938 eine Quarzuhr, deren Besonderheit nicht unbedingt die Genauigkeit war, sondern vielmehr das Gewicht.

Im Jahr 1933 gründeten Dr. Rohde und Dr. Schwarz das „Physikalisch-Technische Entwicklungslabor (PTE)“ in München. Die beiden Physiker der Hochfrequenztechnik entwickelten dort im Jahr 1938 die erste tragbare Quarzuhr vom Typ CFQ, welche das PTE weit über die Grenzen Deutschlands bekannt machte.

Die Quarzuhr war gleichzeitig ein Normalfrequenzerzeuger und hatte eine Genauigkeit von ±0,004 Sekunden pro Tag. Dabei mussten die beiden Entwickler Probleme, wie hochkonstanter Schwingquarz und Thermostat, stabiler Frequenzteiler sowie eine mit 1000 Hz anzutreibende Synchronuhr, lösen. Zudem durfte die Uhr bei einem möglichen Netzausfall nicht stehen bleiben. Also musste der Betrieb aus einer Batterie möglich sein.

Zu der Zeit wurde schon an der „Physikalisch-technischen Reichsanstalt“ und an Staatsinstituten anderer Länder an Frequenznormalen gearbeitet, die eine hohe Präzision erreichten und sogar zur Feststellung von Unregelmäßigkeiten der Erdumdrehung führten. Rohde und Schwarz wollten mit ihrer Entwicklung eine technische Ausführung gegenüberstellen.

Tragbar oder eher transportierbar?

Im Vergleich zu den bereits etablierten Quarzuhren der Konkurrenz und der Reichsanstalt wog die Uhr des PTE gerade einmal 36 kg. Ein dazugehöriges Gestell kam zusätzlich auf ein Gewicht von 10 kg. Rohde und Schwarz sprachen bewußt von transportierbar als von tragbar.

Das Gerät wurde als genaues Zeit- und Frequenznormal für vielfältige Anwendungen entwickelt. Es war ebenso geeignet, die Normalfrequenzen für Laboratorium und Prüffelder zu liefern und genaue Zeit und Zeit-Impulse anzugeben. Die Uhr ließ sich universell einsetzen: als astronomische Uhr, Schiffsuhr und als Normaluhr für Fabriken und Kraftwerke. Sie sollte als Synchronisier-Hilfsmittel zur Uhrenkontrolle dienen und als Frequenznormal für Kraftwerke, Prüffelder und Labore.

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