Die ELEKTRONIKPRAXIS – das junge Pflänzchen aus der alten Blumenzwiebel

| Autor: Thomas Kuther

Der Commodore PET2001: ein Tischcomputer mit 8 KByte RAM, der 1978 2900 DM kostete
Der Commodore PET2001: ein Tischcomputer mit 8 KByte RAM, der 1978 2900 DM kostete (Bild: VBM-Archiv)

Der PET2001 mit 8 KByte RAM als technisches Highlight

Die folgenden Jahre waren geprägt von zahlreichen Innovationen wie der Vorstellung des Tischcomputers Commodore PET2001 mit 8 KByte RAM, der für 2900 DM über den Ladentisch ging. Eine Sensation war 1980 die Vorstellung des 16-Bit-Mikroprozessors MC68000 von Motorola. Mit diesen neuen Entwicklungen stieg die Zahl der Bildschirmarbeitsplätze in Büro und Industrie ständig weiter an – ein Thema, dessen ergonomischen Aspekte Henning Wriedt in einem Editorial kommentiert.

Ein Thema, das derzeit aktuell ist, kam ebenfalls im Jahr 1980 auf: AEG stellte ein Auto-Notfunk-System vor, das auf Knopfdruck einen Notruf absendet und dessen Position anschließend über Peilstationen ermittelt wird.

Im September 1980 endet die Ära Wriedt, und Günter Weeth wird Chefredakteur der EP. Seine erste große Aktion ist eine Neukonzeption der EP mit einem Relaunch im Januar 1981: Neue Themen werden aufgenommen, Farbe hält Einzug und die Titelseite wurde völlig neu gestaltet.

Ab Januar 1982 verstärken Gundel Hahn und Peter Stichaner als Redakteure die EP.

Die turbulenten 80er Jahre

Mitte der 80er Jahre überschlägt sich die Branche fast – eine Innovation folgt der nächsten: Die Post testet im Rahmen des Projekts „Bigfon“ Glasfasern zur Informationsübertragung, Apple stellt den Macintosh vor, die Elektronik revolutioniert die Motorsteuerung im Auto, HP stellt den Personal Computer HP 150 „mit Zeigefinger-Steuerung“ vor: den ersten Touchscreen. In industriellen Systemen ist das LAN immer weiter auf dem Vormarsch, der PC wird immer häufiger auch als Entwicklungssystem genutzt und auch in der Medizintechnik werden immer mehr computergesteuerte Systeme eingesetzt.

1984 stellt Hitachi ein 256-KBit-DRAM vor und Motorola präsentiert den 32-Bit-Mikroprozessor MC68020, mit 2 bis 3 MIPS damals das leistungsstärkste Mitglied der MC68000-CPU-Familie. Die Sensation 1984 war die von Siemens entwickelte erste blaue LED.

In den 80er Jahren wird auch das Thema „programmierbare Logik“ immer wichtiger und die EP berichtet über den aktuellen „Stand und Ausblick bei Semikunden-IC“. Ebenfalls ein Trendthema Mitte der 80er Jahre: Künstliche Intelligenz.

Im Mai 1986 prophezeit Chefredakteur Weeth in seinem Editorial „Home sweet home“ ein Thema, das heute in aller Munde ist: „Smart Home“: „Neben dem Büro und der Fabrikhalle haben Marketingfachleute nun ein drittes Feld ausgemacht, das es gilt zu automatisieren: den privaten Haushalt ... Wegbereiter dieses Trends ist einmal mehr die Mikroelektronik. Sie und der aus ihr resultierende allgegenwärtige Computer schaffen die Basis für die zur Automatisierung des privaten Bereichs nötigen „intelligenten“ Produkte.“

Ebenfalls auf dem Vormarsch sind Galliumarsenid-Bauelemente: „GaAs: Der Stoff aus dem die Mikrowellen-Träume sind“ titelte die EP.

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