Messen Steuern Regeln

Auf dem Weg in die Fabrik der Zukunft

| Redakteur: Franz Graser

Wie sehen Sie die Verlagerung von Hardware zu Software und was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Nachdem dies seit jeher unser Ansatz war – die Software bestimmt die Funktionalität der Hardware – fühlen wir uns darin bestätigt, dass wir den richtigen Weg gehen.

Wie bedeutend ist das Internet der Dinge für Ihr Unternehmen und wie unterstützen Sie technisch diese Entwicklung?

Will man technologisch die Nase vorn haben, ist es unabdingbar, sich intensiv mit dem Internet der Dinge zu beschäftigen. Aus diesem Grund engagieren wir uns in einer Vielzahl von Gremien und Arbeitsgruppen, die das IIoT aus verschiedenerlei Richtungen vorantreiben.

So sind wir etwa sehr aktives Mitglied im IIC und als solches an der Entwicklung mehrerer Testbeds (Testumgebungen) beteiligt:

Das Testbed für „Track and Trace“ entstand unter Mitwirkung von Bosch, Cisco, Tech Mahindra und National Instruments und zeigt auf, wie die Position eines Funk-Akkuschraubers innerhalb einer Werkhalle exakt bestimmt werden kann. Je nach Position des Schraubers kann sodann automatisch das korrekte Drehmoment angewandt werden.

Im „Microgrid Communication and Control Testbed“ soll die Umsetzbarkeit eines sicheren Echtzeitdatenbusses für den Energiebereich ermittelt werden. Es wird gemeinsam von NI, Real-Time Innovations und Cisco entwickelt.

Die Umsetzung des „Condition Monitoring and Predictive Maintenance Testbed“ wird von IBM, National Instruments und SparkCognition bewerkstelligt. Mithilfe von Big Analog Data und Analyseverfahren sollen hier Betriebsausfallmuster bei Anlagen und Maschinen erkannt werden. So soll es Produktions-, Wartungs- und IT-Abteilungen möglich sein, vorherzusehen, welcher Teil der Anlage unter Umständen ungeplant ausfallen könnte.

Testbed Nr. 4, das Ethernet-TSN-Testbed, haben wir ja bereits kurz beleuchtet.

Darüber hinaus bin ich selbst im Arbeitskreis „Sensorik in der Produktion im Kontext von Industrie 4.0“ engagiert. Hier entstand das Positionspapier für das „Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2014“ (AWK). Darin werden die Stoßrichtungen für die Entwicklung von Sensoren in sogenannten Cyber-Physical Production Systems beziehungsweise Sensor Systems vorgestellt. Schwerpunkte sind die Entwicklung von Multisensorsystemen und die Integration einer intelligenten Signalverarbeitung in die Sensorik.

Eine weitere von NI unterstützte Initiative nennt sich „Factory of the Future“. Hierbei handelt es sich um ein langfristiges, mehrphasiges Forschungs- und Technologieprojekt bei Airbus. Dort begann man, intelligente Werkzeugfamilien zu entwickeln, die unterschiedliche Fertigungs- prozesse wie Bohren, Messen sowie hochwertiges Datenloggen und Festspannen ausführen. Mithilfe von Bilderfassung und -verarbeitung versteht ein smartes Spannwerkzeug, welche Aufgabe der Bediener ausführen möchte, so dass das Werkzeug seine Umgebung verarbeiten und zum Beispiel automatisch das Drehmoment festlegen kann. Das Ergebnis lässt sich sodann in einer zentralen Datenbank speichern. Für diese intelligenten Werkzeuge testete Airbus das NI SOM (System on Module) als Basisplattform für diese intelligenten Werkzeuge.

Safety und Security gelten als technische Treiber in einer zunehmend vernetzten Welt. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Das industrielle Internet der Dinge (IIoT) wird ältere Industriesysteme stark beeinflussen. Systemverwaltung und Sicherheitsaspekten wird eine extrem große Bedeutung zukommen. Riesige Systemnetzwerke werden miteinander kombiniert und müssen untereinander sowie mit den jeweiligen Unternehmen kommunizieren, oftmals auch über lange Wegstrecken hinweg. NI geht das Thema Sicherheit in zweierlei Hinsicht an: Zum einen setzen wir handelsübliche Standardkomponenten wie Linux ein, wodurch die Nutzung von und Mitwirkung an offenen Betriebssystemstandards ebenso sichergestellt ist wie die sichere Erfassung und Übertragung von Daten. Auch sind wir aktives Mitglied mehrerer Normungsgremien, die sich mit der Entwicklung neuer Standards für das IoT beschäftigen, wie etwa im IIC.

Zum anderen arbeiten wir mit unseren Anwendern zusammen, um zu gewährleisten, dass sie wissen, wie sie ihre eigenen Sicherheitsmaßnahmen in das “System of Systems” integrieren, das sie erstellen und umsetzen.

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