Zollner Elektronik und die Zukunft von EMS:

Auch Industrie 4.0 wird nicht ohne Menschen auskommen

| Redakteur: Johann Wiesböck

Johann Weber (l.), Vorstandsvorsitzender und Manfred Zollner (r.) Aufsichtsratsvorsitzender der Zollner Elektronik AG: „Wir sind für die Herausforderungen des Marktes gut gerüstet.“
Johann Weber (l.), Vorstandsvorsitzender und Manfred Zollner (r.) Aufsichtsratsvorsitzender der Zollner Elektronik AG: „Wir sind für die Herausforderungen des Marktes gut gerüstet.“ (Bild: Zollner)

CEO Johann Weber sieht die Zollner Elektronik AG klar als Mitgestalter der Entwicklung auf dem Weg zur digitalen Fabrik. Netzwerke und Fachkräfte spielen für den Mechatronikdienstleister eine wichtige Rolle.

Komplexe mechatronische Systeme von der Entwicklung bis zum After Sales Service, flexibles Familienunternehmen, Technologie- und Prozessführer – dafür steht Zollner Elektronik. Im bayerischen Zandt, wo Manfred Zollner 1965 einen Einmann-Elektrobetrieb gründete, befindet sich heute das Hauptwerk der Firmengruppe mit 18 internationalen Standorten. Zum Kundenkreis gehören global agierende Spitzenunternehmen ebenso wie kleine und mittelständische Betriebe aus fast allen Branchen: Industrieelektronik, Bahntechnik, Automotive, Medizintechnik, Luftfahrt und Verteidigung, Messtechnik, Büroelektronik und Datentechnik, Sonstige Konsumgüter und Telekommunikation. Das Erfolgsrezept sind langjährige, nachhaltige Kunden- und Lieferantenpartnerschaften, gleichbleibende Qualität und ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.

„Wir können den Wind nicht ändern, aber wir müssen die Segel richtig setzen”, lautet der Leitspruch von Johann Weber, Vorstandsvorsitzender der Zollner Elektronik AG. Der CEO gibt in einem Interview einen technischen und strategischen Ausblick.

ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Weber, wo sehen Sie die Stärken der Zollner Elektronik AG in der Gegenwart? Was macht das Unternehmen stark für die Zukunft?

Wir bieten bedarfsorientiert komplexe mechatronische Systeme, von der Entwicklung bis zum After Sales Service. Unsere Kunden sind global agierende Spitzenunternehmen sowie kleine und mittelständische Betriebe, denen wir branchenübergreifende Systemlösungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus bieten. Dazu haben wir alle notwendigen Kompetenzen und Technologien unter unserem Dach. Und falls wir tatsächlich einmal etwas nicht selbst abdecken können, greifen wir auf unser nationales sowie internationales Kompetenz-Netzwerk zurück. Durch diese Vielfalt ist Zollner bestens für die Gegenwart aufgestellt und dies macht Zollner auch stark für die Zukunft.

Was unterscheidet Zollner von anderen Unternehmen in der EMS-Branche?

Zollner ist zugleich Mechatronikdienstleister und flexibles Familienunternehmen. Ich kenne nicht viele Unternehmen in der Branche, die dies von sich behaupten können und so ein breites Dienstleistungsspektrum anbieten. Wir haben Standorte in Deutschland, Ungarn, Rumänien, China, Tunesien, den USA, der Schweiz, Costa Rica und Hongkong. Dort verfolgen wir den Best-Cost-Country-Ansatz und setzen auf langjährige, nachhaltige Kunden- und Lieferantenpartnerschaften, gleichbleibende Qualität und ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Seit der Gründung 1965 durch Manfred Zollner sind wir kontinuierlich aus eigener Kraft von einem Einmannbetrieb zur aktuellen Größe und Vielfalt gewachsen. Heute sind wir unter den Top 15 der EMS-Dienstleister (Electronic Manufacturing Services) weltweit vertreten.

Welchen Herausforderungen müssen sich Unternehmer in dieser Zeit stellen?

Heute müssen Sie nicht nur ein breites Technologiespektrum anbieten können, Sie müssen auch Technologie- und Prozessführer sein, etwa was das Thema Industrie 4.0 angeht. Es reicht nicht, moderne Maschinenparks anzulegen. Sie benötigen hochspezialisierte und innovative Fachkräfte, die Sie nur bekommen und vor allem erhalten, wenn Sie sich als Arbeitgeber attraktiv präsentieren. Politische und wirtschaftliche Umbrüche hat es zu allen Zeiten gegeben, das ist nichts Neues, aber die Herausforderung unserer Zeit ist das Thema Networking.

Gerade die Arbeit in nationalen sowie internationalen Netzwerken ist enorm wichtig. Von dem englischen Schriftsteller John Donne stammt der Ausspruch „Niemand ist eine Insel.“ Dies gilt heute mehr denn je und vermehrt auch für Unternehmen. Unternehmer sollten diese Sichtweise nie aus den Augen verlieren. Wir hängen auf die eine oder andere Weise alle voneinander ab, egal ob es um Wirtschaftsräume, Forschungsverbände oder Mitarbeiter geht.

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