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1903: Telefunken wird gegründet

| Redakteur: Thomas Kuther

Georg Graf von Arco 1929 mit dem 40-Watt-Rundfunkgerät „Telefunken 40“.
Georg Graf von Arco 1929 mit dem 40-Watt-Rundfunkgerät „Telefunken 40“. (Bild: AEG-TELEFUNKEN-Archiv im Deutschen Technikmuseum Berlin)

Am 27. Mai 1903, entstand die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH – die später in Telefunken umbenannt wurde.

Zwei rivalisierende deutsche Forschungsgruppen arbeiteten Anfang des vorigen Jahrhunderts führend auf dem Gebiet der drahtlosen Telegraphie: die Gruppe Slaby-Arco, vertreten durch die 1899 gegründete funktelegraphische Abteilung der AEG, und der Kreis Braun-Siemens, der durch die 1901 gegründete Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, System Prof. Braun und Siemens & Halske GmbH, repräsentiert wurde.

Vereinigung auf Geheiß des Kaisers

Auf Drängen von Kaiser Wilhelm II vereinigten sich die beiden Gruppen: Am 27. Mai 1903 entstand die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH – die Geburtsstunde von Telefunken.

Das neue Unternehmen leistet Pionierarbeit

Die ersten Kunden von Telefunken waren die deutsche Armee und die kaiserliche Marine. Im November 1905 lieferte Telefunken die ersten beiden Sender für die neue Küstenfunkstelle Norddeich Radio. Im Oktober 1906 wurde der erste Ausbau des späteren Großsenders Nauen mit einer Reichweite von 300 Kilometern und einer HF-Leistung von zehn Kilowatt fertiggestellt.

Der Graf mit über 100 Patenten

Dr. Georg Graf von Arco (1869-1940) war 1903 der erste technische Direktor und Geschäftsführer der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH. Er brachte es auf immerhin mehr als hundert Patente und machte das Unternehmen zum Spitzenreiter im Bereich der innovativen Produkterrungenschaften auf diesem Gebiet. Telefunken wurde unter seiner Federführung zu einem Synonym für deutschen Erfindergeist.

Unter anderem gehen der Hochfrequenz-Maschinensender und der Wellenmesser auf Graf von Arco zurück.

Der Weg zum Erfolg

Am 17. April 1923 wurde Telefunken umfirmiert. Seitdem hieß das Unternehmen „Gesellschaft für drahtlose Telegraphie”. Mit der Firma ging es stetig bergauf. Am 26. Juli 1932 nahm die Telefunkenplatte GmbH mit einem Stammkapital von 100.000 Reichsmark ihre Geschäftstätigkeit auf. Der Sender im Telefunken-Haus begann rund zweieinhalb Monate vor der offiziellen Eröffnung des Deutschen Rundfunkverkehrs am 29.Oktober 1923, regelmäßig Konzerte auszustrahlen. Und noch ein Ereignis verlieh dem Unternehmen Flügel: Auf der Weltumrundung des Luftschiffs Graf Zeppelin im Jahre 1929 waren Sende-Empfangs- und Peilgeräte von Telefunken mit an Bord.

In diese Zeit fällt auch die Geburtsstunde des „Fern-Sehens”: Während der 5. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin führte Telefunken am 31. August 1928 erstmals Fernsehen nach dem System Karolus-Telefunken, einem Abtastverfahren von Filmbildern durch einen Mechau-Projektor mit Nipkow-Scheibe, öffentlich vor.

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