Gehäusetechnik

Welche Chancen die Digitalisierung für Hersteller und Kunden bietet

| Redakteur: Kristin Rinortner

Dr. Thomas Steffen: 
Er ist Geschäftsführer Forschung 
und Entwicklung bei Rittal.
Dr. Thomas Steffen: 
Er ist Geschäftsführer Forschung 
und Entwicklung bei Rittal. (Bild: Rittal)

Rittal gehört zu den Vorreitern der deutschen Digitalisierung und hat sich schon früh mit dem Thema Industrie 4.0 beschäftigt – zum Nutzen der Kunden und zur Neuausrichtung der eigenen Produktion.

Als weltweit tätiges Unternehmen mit Systemverständnis bei Schaltschränken, Stromverteilung, Wärmemanagement und IT-Infrastruktur gehört Rittal zu den deutschen „Hidden Champions“, das mit Innovationen Maßstäbe setzt.

Das Unternehmen bietet – gemeinsam mit Eplan – für den Steuerungs- und Schaltanlagenbau einzigartige Lösungsmöglichkeiten an. Dort werden die Chancen und die Notwendigkeit einer durchgängigen Digitalisierung der Prozesse nach Industrie 4.0 mehr und mehr erkannt. Denn Anlagenbauer müssen ihre Produktivität permanent steigern, konsequent Innovationen entwickeln und unter erhöhtem Zeit- und Kostendruck fertigen und liefern.

Durchgängige, smarte Lösungen helfen diese Anforderungen zu erfüllen. Entscheidend hierfür ist eine möglichst hohe Durchgängigkeit von Daten und Schnittstellenkompetenz über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – vom Engineering über die Systemtechnik bis zur Automatisierung und Montage.

Industrie-4.0-Prozesse sind für Rittal aber auch in der eigenen Fertigung Wegweiser. Aktuell richtet das Unternehmen seine Produktionslandschaft neu aus. Mit 250 Millionen Euro – der größten Investition in der Unternehmensgeschichte – bauen die Herborner aktuell ein neues, hochmodernes Werk zur Produktion von Kompaktgehäusen am Standort in Haiger, Hessen, das Vorbild für alle Standorte weltweit sein wird.

Basis für vollständig vernetzte Produktionsprozesse

Industrie-4.0-Strukturen sollen am Standort Haiger die Basis für vollständig vernetzte und hocheffiziente Produktions-, Logistik- und Kommunikationsprozesse werden.

Die Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsprozessen wird einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit für das hessische Unternehmen leisten.

Außerdem werden im Rahmen der Investition zwei weitere Werke in der Region auf diese Strukturen ausgerichtet und ein weiteres Werk für Großschränke aus Edelstahl in Mittelhessen gebaut.

Die dreistufige Fertigung – Blechbearbeitung, Lackierung, und Montage – wird durchgehend digital vernetzt und mit Bearbeitungsmaschinen aus dem „Rittal Automation Systems Portfolio“ ausgestattet.

Fahrerlose Transportsysteme liefern die benötigten Materialien selbstorganisiert und ohne menschliches Eingreifen an die entsprechende Stelle.

Mit Hilfe wissensbasierter Systeme, die kontinuierlich „dazulernen“, werden Ausfallzeiten aufgrund von Störungsbeseitigung verringert, Ersatzteile vorausschauend angefordert und damit potenzielle Störungen durch Verschleiß minimiert.

Vollautomatisierte Regelungen etwa in der Lackiererei reduzieren den Energieverbrauch, was die Kosten unter Kontrolle hält und die Umwelt schont.

Interview mit Dr. Thomas Steffen

Wir haben Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei
Rittal, zu Veränderungen und zukünftigen technischen Entwicklungen befragt.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44588288 / Rittal)