40 Jahre Apple II

10. Juni 1977: Die Geburt eines Computer-Phänomens

| Autor: Sebastian Gerstl

Der Apple II begründete 1977 den Ruf Apples als innovatives Tech-Unternehmen und trug – als einer der drei ersten kompletten Heimcomputer – dazu bei, die Geräte massentauglich zu machen.
Der Apple II begründete 1977 den Ruf Apples als innovatives Tech-Unternehmen und trug – als einer der drei ersten kompletten Heimcomputer – dazu bei, die Geräte massentauglich zu machen. (Bild: Apple)

Er war einer der ersten vollwertigen Heimcomputer auf dem Markt - legte den Grundstein, der aus einer kleinen Garagenfirma das wertvollste Unternehmen der Welt machen sollte. Am 10. Juni 1977 veröffentlichte Apple den Heimcomputer Apple II.

In den meisten Auflistungen wird Apple meist als die erste Firma in der Heimcomputerrevolution genannt. Dabei ist es streitbar, ob er auch der Erste auf dem Markt war; auch war er nicht der erste der Dreifaltigkeit, der für den Weltmarkt angekündigt wurde. Tatsache ist allerdings, dass der von Steve Wozniak im Alleingang konzipierte Apple II von den ursprünglichen Dreien der Heimcomputer ist, der die längste Zeit verkauft wurde. Erste Käufer konnten den Apple II ab dem 10. Juni 1977 erwerben; das letzte Modell dieser Reihe lief im November 1993 vom Band. Auch in eher dürren Jahren war es der Apple II, der das Unternehmen am Laufen hielt.

Der Apple II basierte auf einer mit 1,02 MHz getakteten 6502-CPU von MOS Technology; ironischerweise einer Firma, die erst im Vorjahr von einem der anderen aufkommenden Konkurrenten im Heimcomputermarkt gekauft worden war. Das Grundmodell verfügte über 4 KByte internem Arbeitsspeicher, der sich auf bis zu 64 KByte erweitern ließ (in den letzten Versionen in den 1990er Jahren war der Arbeitsspeicher letztlich auf bis zu 16 MByte ausbaubar).

Als bahnbrechend galt der Umstand, dass es Wozniak gelungen war, eine farbige Grafikausgabe zu implementieren. Im Low-Res-Modus waren 16 Farben bei einer Auflösung von 40x48 Pixeln möglich, im häufiger verwendeten High-Res-Betrieb kam der Apple II auf 280x192 Pixel bei 6 Farben. Zum Speichern von Daten konnte ein Kassettenlaufwerk genutzt werden, ab 1978 war außerdem ein 5 ¼-Zoll Diskettenlaufwerk erhältlich.

Steve Wozniak war nicht nur elektronikversiert, er besaß auch einen ausgeprägten Spieltrieb - so hatte er etwa Arcade-Maschinen für Atari entwickelt. Diese Neigung schlug sich auch in der Entwicklung des Apple II nieder: Neben der Farbgrafik erhielt der Rechner die Fähigkeit zur Soundausgabe samt internem Lautsprecher und einen Anschlussport für Paddle-Controller. Auch wenn der Rechner anfangs für reine Zocker noch zu teuer war, sorgten diese Eigenschaften dafür, dass viele Programmierer den Mikrocomputer zur Entwicklung von Spielen für sich entdeckten. So verfügte der Apple II bereits nach wenigen Jahren über eine umfangreiche Softwarebibliothek, welche die seiner Konkurrenten deutlich übertraf.

Wozniak legte bei seinem Computer viel Wert auf eine leichte Erweiterbarkeit. Darum verfügte der Apple II über acht freie Steckplätze des 8-Bit-Apple-Bussystems. Das ermöglichte auch Drittherstellern, zusätzliche Peripherie für den Heimcomputer zu entwickeln und anzubieten. So war es beispielsweise über die von Microsoft entwickelte Z-80 SoftCard möglich, das damals populäre Betriebssystem CP/M zu verwenden.

Inhalt des Artikels:

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44735097 / Embedded)